Jostein Gaarder – Das Kartengeheimnis (1995, Hanser Verlag) 

Es gibt Bücher, die für Generationen in einer Familie leben. Als Kind lauscht man ihnen mit Spannung beim abendlichen Vorleseritual; als Jugendlicher verschlingt man sie heimlich unter der Bettdecke; und als Erwachsener überkommt einem jedes Mal die Nostalgie, wenn man durch die leicht vergilbten Seiten blättert. Was bleibt: die Liebe zur Geschichte und ihren Helden, und eine literarische Wahrheit, die grösser ist als Zeit und Raum. 

Das Kartengeheimnis
 

In diese Kategorie fällt auch Jostein Gaarder‘s „Das Kartengeheimnis“. Die Erzählung schildert eine Autoreise aus der Perspektive des 12-jährigen Hans-Thomas, der mit seinem allein-erziehenden Vater nach Griechenland fährt. Gemeinsam sind sie auf der Suche nach seiner Mutter, die vor acht Jahren nach Athen reiste, um sich ‘selbst zu finden’ - und wie vom Erdboden verschwand.

So reist der Leser mit Hans-Thomas nicht nur durch Europa, sondern auch in eine parallele Realität, die dank eines mysteriösen ‚Brötchenbuches‘ erzählt wird. Ebenfalls mit dabei: eine geheimnisvolle deutschsprachige Insel inmitten des Atlantiks, ein schillernder Goldfisch, und ein kleinwüchsiger Joker mit existenziellen Fragen. Kein Wunder also, dass die 350 Seiten kaum aus der Hand zu legen sind, was nicht nur an den klug zusammen gewobenen Erzählebenen liegt, sondern auch an Gaarder’s ‚signature move‘: den Leser - egal welchen Alters - spielerisch für die großen Fragen der Philosophie zu begeistern.

Ein wunderbares Buch über die Magie unserer Existenz, und der Tatsache, dass die Welt der Ideen genauso real sein kann wie die Wirklichkeit. Absolut lesenswert! 

Mehr Infos hier:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/das-kartengeheimnis/978-3-446-17710-9/ 

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