Bov Bjerg - Auerhaus (2015, Aufbau Verlag)
Ein Bauernhaus in der schwäbischen Provinz. Sechs Freunde, die zusammenziehen, um einen von ihnen vor sich selbst zu schützen. Der letzte gemeinsame Sommer in den 80gern, dessen jugendliche Leichtigkeit von Abiturstress, Musterungs-Vorladungen, und der Frage, ob sterben das gleiche ist wie nicht-mehr-leben-wollen, überschattet wird. Das, und einiges mehr, passiert im „Auerhaus“.
Die knapp 240 Seiten, die irgendwie an einen Film mit Detlev Buck erinnern, sind aufgrund der simplen Sprache schnell zu lesen. Ob das Buch allerdings die nötige emotionale Tiefe bietet, um die Charaktere glaubhaft und begreifbar zu machen, bleibt bis zum Ende fragwürdig. Es scheint dass die Verfilmung in diesem Fall besser gelungen ist. Der Trailer ist zumindest vielversprechend:
Vielleicht muss man, wie der 1965-geborene Autor, selbst in den 80ger Jahren aufgewachsen sein, in einer Realität ohne Handys, Wifi und YouTube Stars, um „Auerhaus“ wirklich zu verstehen. Wer also im richtigen Zeitfenster zur Welt gekommen ist, und Lust auf eine kurze Reise in die Vergangenheit hat, wird das Buch von Rolf Boettcher, wie der Autor im wahren Leben heißt, in einem Zug verschlingen. Wer allerdings lesend lieber in die Zukunft schaut, und auf literarischen Sturm & Drang verzichten kann, der greift besser zu "Leere Herzen".
Mehr Infos hier:
https://www.aufbau-verlag.de/index.php/auerhaus.html
*Hinweis: Im ersten Drittel des Buches beschreibt der Autor eine grausame Szene in einer Hühnerfabrik. Tierliebhaber mit schwachen Herzen oder Nerven überspringen besser die Seiten 31 bis 35 (Seitenanzahl der Taschenbuchausgabe).