Theresia Enzensberger – Blaupause (2017, Hanser Verlag)
Wer weiß, seine eigenen Erwartungshaltungen im Zaum zu halten, ist in der Regel glücklicher als all diejenigen, die sich ständig nach etwas Größerem, Besserem und Eindrucksvollerem sehnen. Wer auf nichts hofft, kann auch nicht enttäuscht werden.
Das gleiche Prinzip gilt auch für Theresia Enzensbergers „Blaupause“. Wagt sich der Leser unbefangen und gut gelaunt an die 250 Seiten heran, zum Beispiel tiefenentspannt aus einem Liegestuhl oder Sonnenbett heraus, dann ist das Erstlingswerk der Autorin ein guter Zeitvertreib. Wer allerdings von der Lektüre mit dem wunderschönen Cover erwartet, mehr über die Bauhaus-Bewegung, dessen Protagonisten wie etwa Gründer Walter Gropius, oder über das institutionelle Wirkungsfeld in den 1920ger und 30gern Jahren anhand der (mir äußerst unsympathischen) Protagonistin Luise zu erfahren, der sollte besser passen. Der Text ist sprachlich uninspiriert, kratzt an der Oberfläche von dem im Klappentext Versprochenem, und kommt, im streng architektonischen Sinne, über einen zweidimensionaler Entwurf nicht hinaus. Fazit: Kann man - muss man aber wirklich nicht. :)
Mehr Infos hier: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/blaupause/978-3-446-25643-9/